Anzahlung kassiert und Bauunternehmer verschwunden, gefälschte Gütesiegel, mangelhafte Arbeiten, falsche Förderversprechen: die häufigsten Maschen in Europa und die wirksamsten Schutzmaßnahmen.
Anzahlung kassiert und der Bauunternehmer ist verschwunden. Gefälschtes Gütesiegel. Mangelhafte Arbeiten. Falsche Versprechen über Sanierungsförderungen. Ein vor drei Monaten gegründetes Unternehmen, das behauptet, zwanzig Jahre Erfahrung zu haben. Nicht qualifizierte Subunternehmer. Eine Dämmung, die zwar angebracht wurde, aber nicht den Förderbedingungen entspricht.
Diese Situationen sind leider keine Fiktion.
Im Jahr 2026 sind Streitigkeiten im Zusammenhang mit Bauarbeiten so häufig, dass sie regelmäßig Thema in Verbraucherschutzsendungen in ganz Europa sind.
In Belgien befasst sich On n’est pas des pigeons (RTBF/Vivacité) regelmäßig mit Verbraucherthemen, Betrug und Rechtsstreitigkeiten. In Frankreich greift Ça peut vous arriver mit Julien Courbet (RTL/M6) bei Verbraucherstreitigkeiten ein, während die Sendung Arnaques ! auf M6 Fälle von kassierten Anzahlungen, verlassenen Baustellen, Baumängeln und Problemen mit Gütesiegeln dokumentiert hat.
In Deutschland warnt Marktcheck (SWR/ARD) vor im Internet gefundenen Handwerkern, überhöhten Preisen und „Pfusch am Bau“. In den Niederlanden sind Radar und Kassa führende Verbraucherschutzsendungen. In Italien spielt Mi Manda Rai Tre eine vergleichbare Rolle. In Spanien thematisieren Investigativ- und Verbrauchermagazine regelmäßig Betrugsfälle bei Bauarbeiten. Im Vereinigten Königreich haben Watchdog, Rogue Traders und Rip Off Britain die Jagd auf „rogue builders“ populär gemacht. In der Schweiz sind À Bon Entendeur (RTS) und Kassensturz (SRF) wichtige Referenzen.
Warum widmen so viele Sendungen diesen Problemen ihre Zeit? Weil eine Baustelle drei besonders heikle Zutaten vereint: VIEL GELD + KOMPLEXE TECHNIK + VERTRAUEN IN EINE UNBEKANNTE PERSON.
Und genau vor der Vertragsunterzeichnung hat der Verbraucher noch die besten Möglichkeiten, sich zu schützen.
1. Nicht jedes schlechte Unternehmen ist ein Betrüger
Ein Baumangel ist nicht zwangsläufig ein Betrug. Ein Bauunternehmer kann einen technischen Fehler machen, eine Frist falsch einschätzen oder in finanzielle Schwierigkeiten geraten, ohne die Absicht gehabt zu haben, seinen Kunden zu täuschen. Umgekehrt können bestimmte Verhaltensweisen auf eine bewusste Strategie hindeuten: falsche Identität, falsche Qualifikation, gefälschtes Zertifikat, gefälschtes Gütesiegel, eine Anzahlung kassieren ohne die tatsächliche Absicht, die Arbeiten auszuführen, Abrechnung nicht erbrachter Leistungen, ein lügnerisches Förderversprechen oder die missbräuchliche Verwendung der Unternehmensnummer einer anderen Firma. Man muss zwischen Fehler, Inkompetenz, Fahrlässigkeit, Baumangel, irreführender Geschäftspraktik und Betrug unterscheiden. ECV zielt darauf ab, Unstimmigkeiten aufzudecken, bevor der Kunde ein erhebliches Risiko eingeht.
2. Die einfachste Masche: Anzahlung kassieren und verschwinden
Angebot: 48.000 €. Anzahlung: 19.200 €. Der Unternehmer erklärt, dass er sofort die Materialien bestellen muss. Sie zahlen, dann beginnen die Verschiebungen, die Antworten werden seltener und die Baustelle startet nicht. Europäische Verbraucherschutzsendungen dokumentieren auch im Jahr 2026 noch solche Fälle. Der beste Schutz besteht darin, vor der Überweisung zu verstehen, wer Ihr Geld erhält und warum.
3. Die unverhältnismäßige Anzahlung
Eine Anzahlung von 20 %, 30 %, 40 % oder sogar mehr ist nicht automatisch ein Betrug. Einige Bauprojekte erfordern große Materialbestellungen. Fragen Sie aber: „Was genau finanziert meine Anzahlung?“ Bei maßgefertigten Fenstern, einer speziell angefertigten Küche oder bestimmten teuren Materialien kann ein hoher Vorschuss wirtschaftlich gerechtfertigt sein. Je höher die Anzahlung, desto gründlicher sollten Sie das Unternehmen, seine Situation und den wirtschaftlichen Zweck dieses Vorschusses überprüfen.
4. Der falsche Unternehmer, der ein echtes Unternehmen missbraucht
Der Betrüger kann den Namen eines echten Unternehmens, seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, seine Firmennummer, seine Adresse und manchmal auch sein Logo kopieren. Sie überprüfen das offizielle Register: Alles scheint korrekt zu sein. Nur hat Ihr Ansprechpartner nichts mit dieser Firma zu tun und das Bankkonto auf dem Angebot gehört ihm. Bei hohen Anzahlungen sollten Sie die Identität des Unternehmens UND die Ihres Ansprechpartners überprüfen.
5. Die „Briefkastenfirma“: Vorsicht vor voreiligen Schlüssen
Eine Geschäftsadresse ist an sich nicht betrügerisch. Völlig seriöse Unternehmen nutzen einen Verwaltungssitz oder ein Business Center. Die Situation erfordert jedoch eine genauere Prüfung, wenn das Unternehmen behauptet, über Teams und eine bedeutende Infrastruktur zu verfügen, während man eine sehr junge Gründung, einen Sitz an einer Domizilierungsadresse, keine identifizierbare Betriebsstätte, keine Historie und keine nachprüfbaren Qualifikationen feststellt. Die Domizilierung ist nicht der Beweis für ein Problem: Es ist die Widersprüchlichkeit des Gesamtbildes, die alarmieren sollte.
6. BELGIEN: Das besondere Problem des Berufszugangs
Im Jahr 2026 sind die Bedingungen für den Zugang zu bestimmten Berufen in den drei belgischen Regionen nicht identisch. In der Flämischen Region gibt es keine allgemeine Anforderung mehr an betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse oder berufliche Fähigkeiten für die Ausübung des Gewerbes. Dagegen bestehen für mehrere Tätigkeiten in Brüssel-Hauptstadt und in der Wallonie weiterhin bestimmte berufliche Anforderungen. Das bedeutet, dass eine administrative Eintragung allein kein Nachweis für eine technische Qualifikation ist.
7. Der flämische Firmensitz, der manchmal eine zusätzliche Prüfung erfordert
Eine Person kann ein Unternehmen mit Sitz in Flandern gründen, ohne die gleichen allgemeinen beruflichen Fähigkeiten nachweisen zu müssen, die für bestimmte Tätigkeiten in anderen Regionen noch erforderlich sind. Das bedeutet natürlich nicht „flämisches Unternehmen = unqualifiziertes Unternehmen“. Aber eine neu gegründete Gesellschaft mit Sitz in einem Business Center, ohne identifizierbare Betriebsstätte, ohne Historie und ohne nachprüfbare Qualifikation, die technisch anspruchsvolle Arbeiten anbietet, verdient eine eingehende Analyse. ECV sucht gezielt nach solchen Widersprüchen.
8. „Er hat eine USt-IdNr., also ist er qualifiziert“
FALSCH. Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer belegt hauptsächlich eine administrative und steuerliche Situation. Sie belegt nicht automatisch ein Dachdecker-Diplom, eine Elektriker-Qualifikation, Fachkenntnisse in der Abdichtung, eine Zertifizierung als Kältetechniker, eine Energieberater-Qualifikation oder zwanzig Jahre Erfahrung.
9. Der falsche „Spezialist für alle Gewerke“
Ein Unternehmen kann durchaus Dach-, Elektro-, Sanitär-, Heizungs-, Wärmepumpen-, Fenster-, Maurer-, Asbestsanierungs-, Schwimmbad- und Photovoltaikarbeiten anbieten, wenn es über die notwendige Organisation und die erforderlichen Subunternehmer verfügt. Fragen Sie aber immer: WER FÜHRT WELCHE ARBEIT TATSÄCHLICH AUS? Das Unternehmen selbst, ein Angestellter oder ein Subunternehmer? Welche Qualifikation? Welche Versicherung? Welche Zertifizierung?
10. Das gefälschte Gütesiegel
Ein Logo wie „zertifiziert“, „zugelassen“, „Energieexperte“, „offizieller Partner“ oder „zertifizierter Installateur“ schafft Vertrauen. Doch das Siegel kann frei erfunden sein, einem anderen Unternehmen gehören, abgelaufen sein oder nur eine andere Tätigkeit abdecken. Die Regel lautet: Schauen Sie nicht nur auf das Logo, sondern überprüfen Sie das Zertifikat in der offiziellen Datenbank, sofern eine solche existiert.
11. FRANKREICH: Der Fall RGE verdeutlicht das Risiko perfekt
In Frankreich spielt die Qualifikation RGE - Reconnu Garant de l’Environnement - eine entscheidende Rolle bei verschiedenen energetischen Sanierungsarbeiten und für den Zugang zu bestimmten Förderungen. Reportagen aus dem Jahr 2026 haben gezeigt, wie die Verwendung eines abgelaufenen oder unpassenden Siegels den Verbraucher in die Irre führen kann. Ein Logo auf einem Angebot reicht niemals aus: Überprüfen Sie die Qualifikation und ihre Gültigkeitsdauer.
12. Der Betrug mit Sanierungsförderungen
Das Szenario ist verlockend: „Ihre Sanierung kostet 40.000 €, aber Sie erhalten 18.000 € an Fördergeldern zurück.“ Der Kunde rechnet also mit 22.000 €. Er unterschreibt und stellt dann fest, dass der Unternehmer nicht die notwendige Zertifizierung hatte, das Material nicht den Kriterien entspricht, die Dämmstärke unzureichend ist, das obligatorische Audit nicht durchgeführt wurde, die Arbeiten zu früh begonnen haben, ein Zertifikat fehlt oder die Frist abgelaufen ist. Ergebnis: Förderung abgelehnt.
13. BELGIEN – WALLONIEN: Achtung bei den Bedingungen für 2026
Das wallonische Förderprogramm Primes Habitation 2025-2026 sieht genaue Bedingungen vor. Je nach Arbeit muss möglicherweise vor Baubeginn ein Audit durchgeführt und registriert werden, wobei für bestimmte Posten besondere Regeln gelten. Die Arbeiten und Rechnungen müssen den technischen und administrativen Kriterien sowie den Fristen des Programms entsprechen. Beginnen Sie niemals Arbeiten nur auf Grundlage einer mündlichen Zusage: „Keine Sorge, Sie bekommen die Förderung.“
14. BELGIEN – FLANDERN: Bescheinigungen sind entscheidend
Mijn VerbouwPremie stellt je nach Art der Arbeiten genaue Anforderungen. Für mehrere Kategorien müssen dem Antrag Bescheinigungen des Unternehmers und technische Unterlagen beigefügt werden. Eine Dämmung kann technisch korrekt angebracht sein, aber zum Verlust der Förderung führen, wenn die administrativen Bedingungen, die Eigenschaften oder die erforderlichen Bescheinigungen nicht erfüllt sind.
15. Dasselbe Problem existiert in ganz Europa
Die Namen ändern sich, aber das Prinzip bleibt dasselbe. Frankreich: spezifische Qualifikationen und Kriterien für bestimmte Energieförderungen. Deutschland: technische Anforderungen, Experten oder Installateure je nach Programm. Italien: Dokumentation, Zahlungsmodalitäten und technische Bedingungen für Steueranreize. Spanien und Portugal: technische und administrative Kriterien im Zusammenhang mit Programmen zur energetischen Sanierung. Niederlande: genau definierte Geräte und Nachweise. Schweiz: variable Subventionen je nach Kanton und dem Gebäudeprogramm. Vereinigtes Königreich: eigene Anforderungen für Energie-Fördermaßnahmen. Berücksichtigen Sie eine Förderung niemals in Ihrem Budget, bevor Sie die offiziellen Bedingungen selbst überprüft haben.
16. Das falsche Versprechen: „Wir kümmern uns um alle Förderanträge“
Einige Unternehmen kennen die Förderprogramme sehr gut und können ihre Kunden tatsächlich unterstützen. Fragen Sie aber immer: Welches Programm? Welcher geschätzte Betrag? Welche Bedingungen? Welche Qualifikation? Wer reicht den Antrag ein? Was passiert, wenn die Förderung abgelehnt wird? Und vor allem: Ist die Förderung vertraglich garantiert oder nur eine Schätzung?
17. Die Masche mit dem absichtlich unvollständigen Angebot
Angebot A: 48.000 €. Angebot B: 61.000 €. Sie entscheiden sich für A. Dann kommen +4.800 € für die Entsorgung, +3.200 € für das Gerüst, +5.500 € für Anschlüsse und +2.700 € für Abschlussarbeiten hinzu. Gesamt: 64.200 €. Das vermeintlich günstigere Angebot wird zum teuersten. Vergleichen Sie die Leistungen, nicht nur den Gesamtbetrag.
18. Die „unvorhergesehenen Zusatzkosten“, die absolut vorhersehbar waren
Echte unvorhergesehene Ereignisse gibt es: Ein verrotteter Balken, der nach dem Öffnen eines Daches entdeckt wird, kann unmöglich vorherzusehen sein. Aber Gerüst, Container, Abbruch, Anschlüsse, Arbeitskräfte und geplante Abschlussarbeiten sollten in der Regel nicht plötzlich zu Überraschungen werden. Bestehen Sie auf einem ausreichend detaillierten Angebot.
19. Der Materialwechsel nach Vertragsabschluss
Sie haben für einen bestimmten Dämmstoff von 140 mm unterschrieben und entdecken auf der Baustelle ein anderes Produkt mit 100 mm. Oder die Dreifachverglasung wird zur Doppelverglasung. Oder der Naturschiefer wird zu Kunstschiefer. Ein Austausch kann gerechtfertigt sein, muss aber technisch gleichwertig und, wenn vertraglich gefordert, genehmigt sein.
20. Der unsichtbare Mangel
Manche Mängel sind sofort sichtbar; andere verschwinden hinter einer Wand, einem Estrich, einem Dach, einer Zwischendecke oder einer Dämmung. Beispiele: schlecht angeschlossene Dichtungsbahn, unzureichende Dämmung, fehlerhafte Bewehrung, fehlender Randdämmstreifen, mangelhafte Belüftung oder ungeeigneter elektrischer Anschluss. Machen Sie Fotos während der Arbeiten, nicht nur danach.
21. Der falsche „Experten“-Subunternehmer
Subunternehmertum ist im Baugewerbe normal. Problematisch ist die unkontrollierte Vergabe an Subunternehmer. Fragen Sie, wer die Arbeiten konkret ausführen wird und, bei kritischen Gewerken, welches Unternehmen die erforderliche Qualifikation oder Zertifizierung besitzt.
22. Die Notdienst-Abzocke
Undichtes Dach, Rohrbruch, defekte Heizung: Sie klicken auf das erste gesponserte Ergebnis, und eine scheinbar lokale Plattform schickt jemanden. Dann folgen ein minimaler Eingriff, eine riesige Rechnung und sofortige Zahlung. Sendungen wie Marktcheck in Deutschland haben auch 2026 noch vor dieser Art der Handwerkersuche im Internet gewarnt. Der erste Platz bei Google bedeutet nicht der beste Handwerker; er kann einfach nur der beste Werbekäufer sein.
23. Gefälschte Internetbewertungen
Eine Bewertung von 4,9/5 mit 287 Rezensionen wirkt beruhigend. Überprüfen Sie jedoch das Alter der Bewertungen, die Profile, die Veröffentlichungsfrequenz, die technischen Details, die Antworten des Unternehmens und wiederkehrende Kritikpunkte. Zehn detaillierte Bewertungen über mehrere Jahre können aufschlussreicher sein als 200 allgemeine Kommentare, die in wenigen Monaten veröffentlicht wurden.
24. Das Unternehmen wechselt alle zwei Jahre den Namen
Firma A geschlossen, dann B, dann C, mit demselben Geschäftsführer, derselben Telefonnummer und derselben Tätigkeit. Das ist nicht automatisch betrügerisch, aber es rechtfertigt eine Recherche: Insolvenz, Liquidation, normale Umstrukturierung oder Verkauf? Die Historie des Geschäftsführers kann ebenso wichtig sein wie die der aktuellen Firma.
25. „25 Jahre Erfahrung“ bei einer im April 2026 gegründeten Firma
Das ist möglich: Der Geschäftsführer kann persönlich 25 Jahre Erfahrung haben. Fragen Sie jedoch, für welches Unternehmen er zuvor gearbeitet hat. So lässt sich zwischen fünfundzwanzig Jahren echter Berufserfahrung und fünfundzwanzig Jahren Werbeerfahrung unterscheiden.
26. Der Versicherungsbetrug
Im Angebot steht „assurance décennale“. Fordern Sie die Versicherungsbestätigung an und überprüfen Sie den Namen des Versicherten, die Policennummer, den Zeitraum, die abgedeckte Tätigkeit, das Gebiet und die betreffenden Arbeiten. Eine echte Bescheinigung, die Ihre Tätigkeit nicht abdeckt, kann fast genauso problematisch sein wie das Fehlen einer Bescheinigung.
27. Das Bankkonto ändert sich kurz vor der Zahlung
Sie erhalten eine E-Mail mit einer neuen IBAN. Zahlen Sie nicht sofort. Betrug durch IBAN-Änderung kann die Folge eines gehackten E-Mail-Kontos sein. Rufen Sie Ihren Ansprechpartner über eine bereits bekannte Nummer an. Bei einer Überweisung von 30.000 € sind dreißig Sekunden Überprüfung eine geringe Investition.
28. Barzahlungen
„15 % günstiger, wenn Sie bar ohne Rechnung zahlen.“ Sie denken, Sie sparen, aber Sie können den Zahlungsnachweis, die Garantie, die Möglichkeit auf Förderungen, den steuerlichen Nachweis und die Rückverfolgbarkeit der Baustelle verlieren und sich gleichzeitig möglicherweise an einer illegalen Handlung beteiligen.
29. Die zehn roten Flaggen von ECV
- Sehr hohe Anzahlung ohne Begründung
- Druck zur sofortigen Unterzeichnung
- Preis weit unter anderen Angeboten
- Extrem junges Unternehmen
- Sitz nur an einer Domiziladresse + keine identifizierbare Niederlassung
- Nicht nachprüfbare Qualifikationen
- Großes Förderversprechen ohne Unterlagen
- Vage Angaben zur Versicherung oder verweigerte Bescheinigung
- Widersprüchliches Bankkonto
- Sehr undetailliertes Angebot
30. Die Schlüsselwörter, nach denen Opfer bei Google suchen
Betrug Bauunternehmer; Betrug Hausbau; Abzocke Bauarbeiten; Handwerker Betrüger; Unternehmer mit Anzahlung verschwunden; Handwerker kassiert Anzahlung und kommt nicht; betrügerisches Bauunternehmen; Baumängel was tun; schlecht ausgeführte Arbeiten Rechtsmittel; falscher Handwerker; wie überprüfe ich einen Bauunternehmer; Betrug energetische Sanierung; Betrug Sanierungsförderung; faux RGE; Zertifizierung Handwerker prüfen; unqualifizierter Handwerker; Unternehmer ohne Berufszugang; Briefkastenfirma Bau; Betrug Dachsanierung; Betrug Dämmung; Betrug Wärmepumpe; Handwerker verlangt 50 Anzahlung; Baufirma insolvent; falsches Bauangebot; Betrug Solaranlagen; Arbeiten nicht förderkonform; Sanierungsförderung wegen Handwerker abgelehnt; Handwerker ohne assurance décennale; woran erkenne ich seriösen Handwerker; wie vermeide ich Betrug bei Bauarbeiten. All diese Internetnutzer suchen letztendlich nach: WIE KANN ICH ES VOR DER UNTERSCHRIFT WISSEN?
31. Die ECV-Methode: nach Widersprüchen suchen
IDENTITÄT: Existiert das Unternehmen wirklich? HISTORIE: Seit wann? GESCHÄFTSFÜHRER: Wer steckt dahinter? TÄTIGKEIT: Entspricht sie den Arbeiten? KOMPETENZEN: Sind sie erforderlich und nachprüfbar? ZERTIFIZIERUNGEN: Sind sie gültig? VERSICHERUNG: Deckt sie die Baustelle ab? FINANZIELLE LAGE: Gibt es besorgniserregende öffentliche Signale? PREIS: Ist er stimmig? ANZAHLUNG: Ist sie verhältnismäßig? FÖRDERUNG: Sind die Bedingungen wirklich erfüllt? TECHNIK: Sind die Materialien und Leistungen stimmig? Die interessanteste Information ergibt sich oft, wenn zwei Daten sich widersprechen.
32. Beispiel: Der Fall, der perfekt erscheint
BELGIUM ENERGY ROOF BV. Angebot: 39.800 €. Hervorragende Website. Bewertungen: 4,8/5. Versprechen: „Bis zu 12.000 € Förderung“. Anzahlung: 50 %. Dann zeigt die Analyse: Firma vor vier Monaten gegründet, Sitz an einer Domiziladresse, keine identifizierte Betriebsstätte, angegebene Qualifikation nicht auffindbar, Energiezertifizierung nicht überprüft, ungenaue Versicherung, Preis 25 % unter anderen Angeboten. Kein einzelnes Element beweist einen Betrug. Aber die Gesamtheit rechtfertigt es eindeutig, nicht 19.900 € zu zahlen, bevor man Antworten erhalten hat.
33. ECV ist nicht dazu da, jemanden als „Betrüger“ oder „ehrlich“ zu bezeichnen
Eine seriöse Analyse sollte ein Unternehmen nicht auf der Grundlage weniger Daten als Betrug bezeichnen. Sie sollte vielmehr unterscheiden: überprüfter Punkt, nicht überprüfter Punkt, festgestellter Widerspruch, potenzielles Risiko, fehlendes Dokument und Frage, die vor der Unterzeichnung zu stellen ist. Der Verbraucher trifft dann eine besser informierte Entscheidung.
34. Die profitabelsten 60 Sekunden Ihrer Baustelle
Bevor Sie Ihre Anzahlung leisten, fragen Sie sich: Existiert das Unternehmen? Seit wann? Stimmt die USt-IdNr.? Entspricht die Tätigkeit den Arbeiten? Sind die notwendigen Qualifikationen vorhanden? Ist das angegebene Siegel gültig? Deckt die Versicherung die Arbeit ab? Ist die versprochene Förderung wirklich erreichbar? Ist der Preis stimmig? Ist die Anzahlung gerechtfertigt? Stimmt der Empfänger des Bankkontos? Beschreibt das Angebot wirklich detailliert, was ich kaufe? Wenn Sie nur vier von zwölf Fragen beantworten können, überstürzen Sie nichts.
Fazit: Der beste Betrug ist der, der wie ein normales Unternehmen aussieht
Plumper Betrug ist relativ leicht zu erkennen. Die gefährlichsten Situationen sind oft viel glaubwürdiger: eine echte USt-IdNr., eine schöne Website, ein professionelles Angebot, ein tatsächlich eingetragenes Unternehmen, positive Bewertungen, ein sympathischer Vertriebsmitarbeiter, ein Zertifizierungslogo und ein Förderversprechen. Alles scheint normal. Aber das Unternehmen kann für die spezifische Tätigkeit unqualifiziert sein, das Zertifikat abgelaufen, die Förderung unerreichbar, die Versicherung unpassend und die Anzahlung unverhältnismäßig sein. In Belgien verdeutlicht der regionale Unterschied beim Berufszugang, warum „eingetragenes Unternehmen“ nicht automatisch „geprüfte Fachkompetenz“ bedeutet. Bei Förderungen kann auch eine technisch korrekte Sanierung ihre Förderfähigkeit verlieren, wenn der Unternehmer, die Bescheinigung, das Audit, das Zertifikat, das Material oder der Zeitplan nicht den Bedingungen des Programms entsprechen. Die richtige Frage lautet also nicht: „Sieht dieser Unternehmer seriös aus?“, sondern: „KANN DAS, WAS ER MIR SAGT, ÜBERPRÜFT WERDEN?“
Offizielle Quellen und nützliche Referenzen
- Belgien – FÖD Wirtschaft: Bedingungen für den Berufszugang und regionale Unterschiede.
- Brüssel Wirtschaft und Beschäftigung: berufliche Kompetenzen für Generalunternehmer und betroffene Berufe.
- Wallonien – Primes Habitation 2025-2026: Bedingungen, Audits, Arbeiten und Fristen des Programms.
- Flandern – Mijn VerbouwPremie: Bedingungen und von Unternehmern vorzulegende Bescheinigungen.
- Frankreich – France Rénov’ und offizielle Verzeichnisse: Überprüfung von Fachleuten und RGE-Qualifikationen.
- Europäische Union – Portal „Your Europe“ und nationale Verbraucherschutzbehörden.
- M6 - Arnaques !: Recherchen aus dem Jahr 2026 zu Streitigkeiten bei Bauarbeiten, Anzahlungen, Baumängeln und angegebenen Qualifikationen.
- RTL/M6 - Ça peut vous arriver: Verbraucherstreitigkeiten, einschließlich Bau- und Handwerkerfällen.
- RTBF - On n’est pas des pigeons: Verbraucherthemen und Streitigkeiten in Belgien.
- SWR/ARD - Marktcheck: Handwerker, Notdienste, Preise und Baumängel in Deutschland.
- Niederlande - Radar und Kassa: Verbraucherschutzsendungen.
- Schweiz - RTS À Bon Entendeur und SRF Kassensturz: Recherchen und Verbraucherschutz.
- Vereinigtes Königreich - Referenzsendungen wie Rogue Traders, Watchdog und Rip Off Britain über „rogue traders/builders“.



