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Heizung & Energie

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Veröffentlicht am 28. Oktober 2026

Der Kreislauf in vier Schritten, die Arten von Wärmepumpen, COP, SCOP und Jahresarbeitszahl, Stromverbrauch, Winterbetrieb, Altbau und Heizkörper: was vor dem Kauf in Deutschland und Österreich zu prüfen ist.

  1. Oktober 2026

Eine Wärmepumpe nutzt Wärme aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Mithilfe elektrischer Energie hebt sie diese Wärme auf ein Temperaturniveau, das für die Raumheizung und – je nach System – für die Warmwasserbereitung geeignet ist. Das physikalische Prinzip entspricht dem eines Kühlschranks: Beide Geräte transportieren Wärme von einem kälteren zu einem wärmeren Bereich. [1]

Wer eine Wärmepumpe kaufen möchte, sollte verstehen, wie dieses Zusammenspiel funktioniert. Damit lassen sich technische Angaben im Angebot besser einordnen und die richtigen Fragen zu Stromverbrauch, Heizleistung und Installation stellen.

Bevor Sie ein Angebot unterschreiben, eine Anzahlung leisten oder sich verbindlich verpflichten, lassen Sie Ihr Angebot auf ecvcheck.com prüfen.

Der Wärmepumpenkreislauf in vier Schritten

Im Inneren einer üblichen elektrisch betriebenen Wärmepumpe zirkuliert ein Kältemittel in einem geschlossenen Kreislauf. Es nimmt Wärme auf, wird verdichtet, gibt Wärme ab und wird anschließend entspannt.

  1. Wärme aufnehmen im Verdampfer: Das Kältemittel ist kälter als die Wärmequelle. Dadurch kann es Energie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Wasser aufnehmen und verdampfen.
  2. Temperatur erhöhen im Verdichter: Ein elektrisch angetriebener Kompressor verdichtet den Kältemitteldampf. Dabei steigen Druck und Temperatur. So entsteht das für die Heizung erforderliche höhere Temperaturniveau.
  3. Wärme abgeben im Verflüssiger: Das heiße Kältemittel überträgt seine Wärme auf das Heizsystem. Bei einer wassergeführten Anlage erwärmt es das Heizungswasser. Während dieser Wärmeabgabe wird es wieder flüssig.
  4. Druck senken im Expansionsventil: Das Kältemittel wird entspannt; Druck und Temperatur sinken. Anschließend kann es erneut Umweltwärme aufnehmen. Der Kreislauf beginnt von vorn. [2]

Die bereitgestellte Wärme setzt sich aus der aufgenommenen Umweltenergie und der zugeführten elektrischen Energie zusammen. Bei einer Jahresarbeitszahl von 4 bedeutet das vereinfacht: 1 kWh Strom plus 3 kWh Umweltwärme ergeben 4 kWh abgegebene Wärme. [5]

Die wichtigsten Arten von Wärmepumpen

Die Bezeichnungen beschreiben, woher die Wärme stammt und wie sie im Gebäude abgegeben wird.

System

Wärmequelle

Wärmeabgabe im Haus

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Außenluft

Heizungswasser für Heizkörper oder Flächenheizung

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Erdreich über Sonden oder Kollektoren

Heizungswasser

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Grundwasser

Heizungswasser

Luft-Luft-Wärmepumpe

Außenluft

Direkte Erwärmung der Raumluft

Quelle: [3]

Bei Erdreich- und Grundwassersystemen muss zunächst geklärt werden, ob sich die Wärmequelle am Grundstück erschließen lässt. Bei Grundwasser sind unter anderem Wasserqualität und verfügbare Wassermenge relevant. Eine Luftwärmepumpe benötigt keine Erdsonde; ihr Aufstellort sollte jedoch auch mit Blick auf die Geräusche geplant werden. [5]

COP SCOP und Jahresarbeitszahl richtig verstehen

In Angeboten und Datenblättern stehen häufig mehrere Effizienzwerte. Für einen aussagekräftigen Vergleich müssen ihre unterschiedlichen Bedeutungen klar sein.

  • COP: Die Leistungszahl beschreibt das Verhältnis von Heizleistung zu elektrischer Leistungsaufnahme bei einem bestimmten Betriebspunkt. Ein COP von 4 gilt für die dazu angegebenen Bedingungen, etwa die Temperatur der Wärmequelle und des Heizungswassers.
  • SCOP: Dieser saisonale Kennwert bewertet die Geräteeffizienz unter standardisierten Bedingungen über eine Heizperiode. Er ermöglicht Produktvergleiche bei gleichen Rahmenbedingungen, sagt aber den Verbrauch eines konkreten Hauses nicht zuverlässig voraus.
  • JAZ: Die Jahresarbeitszahl setzt die über ein Jahr abgegebene Wärmemenge ins Verhältnis zum dafür eingesetzten Strom. Eine vorab berechnete JAZ ist eine Prognose. Die später gemessene JAZ beschreibt den tatsächlichen Betrieb innerhalb der festgelegten Messgrenzen. [4]

Fragen Sie deshalb bei einer Verbrauchsprognose nach den zugrunde gelegten Temperaturen, dem Warmwasserbedarf und den einbezogenen elektrischen Verbrauchern. Ein einzelner hoher COP-Wert genügt nicht, um die jährliche Stromrechnung zu berechnen.

Wie viel Strom eine Wärmepumpe verbraucht

Für eine überschlägige Rechnung gilt bei einheitlichen Bilanzgrenzen: Jahresstromverbrauch = jährlich abgegebene Wärmemenge ÷ Jahresarbeitszahl. Die österreichische Initiative klimaaktiv erläutert dieses Verhältnis anhand der Jahresarbeitszahl. Entscheidend ist, dass Wärmemenge und Stromverbrauch dasselbe betrachtete System abdecken. [5]

Rechenbeispiel mit frei gewählten Annahmen: Eine Anlage soll jährlich 12.000 kWh Wärme für Heizung und Warmwasser abgeben. Der angenommene Strompreis beträgt 0,30 Euro je kWh. Dieser Preis ist eine Rechengröße und kein behaupteter Durchschnittspreis für Deutschland oder Österreich.

Angenommene JAZ

Berechneter Stromverbrauch pro Jahr

Stromkosten bei 0,30 Euro je kWh

3,0

4.000 kWh

1.200 Euro

4,0

3.000 kWh

900 Euro

5,0

2.400 kWh

720 Euro

Bei gleicher Wärmemenge sinkt der berechnete Stromverbrauch beim Wechsel von JAZ 3 auf JAZ 4 um 25 Prozent. Die Werte veranschaulichen den Einfluss der Effizienz; sie sind keine Verbrauchsprognose für ein bestimmtes Haus.

Für einen vollständigen Kostenvergleich sind zusätzlich beispielsweise Grundpreise, Wartung und gegebenenfalls Stromverbräuche außerhalb der gewählten Bilanzgrenze zu berücksichtigen. Lassen Sie sich insbesondere erklären, ob der elektrische Heizstab und die Hilfsantriebe in der Prognose enthalten sind.

Der Betrieb im Winter

Auch bei Frost kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe Wärme aus der Außenluft aufnehmen. Mit sinkender Außentemperatur vergrößert sich jedoch bei gleicher benötigter Heizwassertemperatur der Temperaturunterschied, den sie überwinden muss. Dadurch kann der Strombedarf je bereitgestellter Kilowattstunde Wärme steigen.

Bei kalter, feuchter Witterung kann sich Eis am Verdampfer bilden. Die Anlage entfernt es durch automatische Abtauvorgänge, die ebenfalls Energie benötigen. Je nach Auslegung und Außentemperatur kann eine Zusatzheizung unterstützen, beispielsweise ein elektrischer Heizstab. [6]

Für Ihr Angebot bedeutet das: Fragen Sie nach der verfügbaren Heizleistung bei den am Standort maßgeblichen Wintertemperaturen, nach der dafür angesetzten Vorlauftemperatur und nach dem vorgesehenen Einsatz der Zusatzheizung.

Wärmepumpen im Altbau und mit vorhandenen Heizkörpern

Eine Wärmepumpe kann auch in einem bestehenden Gebäude mit Heizkörpern sinnvoll eingesetzt werden. Ob die vorhandenen Heizflächen ausreichen, muss für das jeweilige Haus geprüft werden. Das Baujahr allein erlaubt keine verlässliche Aussage über die spätere Effizienz.

Das Fraunhofer ISE veröffentlichte im November 2025 die Ergebnisse eines Forschungsprojekts mit 77 untersuchten Wärmepumpenanlagen in Ein- bis Dreifamilienhäusern. Die untersuchten Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl von 3,4; die gemessenen Werte lagen zwischen 2,6 und 4,9. Die Forschenden stellten außerdem fest, dass ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel ähnlich niedrige Betriebstemperaturen ermöglichten wie Flächenheizungen.

Diese Ergebnisse zeigen die Möglichkeiten im Gebäudebestand. Der Mittelwert der untersuchten Anlagen ist jedoch keine Zusage für ein einzelnes Haus. Die Studie benennt auch Verbesserungsbedarf bei Planung, Installation und Betrieb. [7]

Heizleistung und Vorlauftemperatur müssen zum Gebäude passen

Für die Auswahl sind zwei Größen auseinanderzuhalten: Der jährliche Wärmebedarf wird in Kilowattstunden angegeben. Die Heizlast beschreibt dagegen die benötigte Leistung in Kilowatt, um das Gebäude unter den maßgeblichen Auslegungsbedingungen warm zu halten.

Eine überdimensionierte Wärmepumpe kann häufig ein- und ausschalten und dadurch an Effizienz verlieren. Das kann auch ein Gerät mit regelbarer Leistung betreffen, wenn seine niedrigste Leistung noch zu hoch ist.

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Wassers auf dem Weg zu den Heizflächen. Je niedriger sie bei ausreichender Raumwärme ausfallen kann, desto günstiger sind die Bedingungen für den Wärmepumpenbetrieb. Bei einzelnen problematischen Räumen können größere Heizkörper oder gezielte Verbesserungen der Gebäudehülle helfen, die notwendige Temperatur des gesamten Systems zu senken. [8]

Lassen Sie sich deshalb erläutern, wie die angebotene Geräteleistung ermittelt wurde und welche Räume gegebenenfalls Anpassungen benötigen. Die Angabe der Wohnfläche allein beantwortet diese Fragen nicht.

Warmwasser und Kühlung von Anfang an mitplanen

Viele wassergeführte Wärmepumpenanlagen können auch Trinkwarmwasser bereitstellen, üblicherweise mithilfe eines Speichers. Dieser Betriebsfall benötigt häufig höhere Temperaturen als die Raumheizung und beeinflusst deshalb die Effizienz. Speichergröße und Anlagenkonzept sollten zum tatsächlichen Bedarf passen. Eine gewöhnliche Luft-Luft-Wärmepumpe benötigt für das Trinkwarmwasser ein separates System. [3]

Eine Kühlung im Sommer ist bei entsprechend ausgestatteten Anlagen ebenfalls möglich. Dabei wird zwischen aktiver Kühlung mit laufendem Verdichter und passiver Kühlung, etwa über das Erdreich, unterschieden. Bei geeigneten Flächenheizungen lässt sich die Raumtemperatur durch kühleres Wasser begrenzt absenken. Die Regelung muss dabei unerwünschte Kondensatbildung verhindern. [9]

Wenn Sie Kühlung wünschen, sollte diese Funktion ausdrücklich mitgeplant und im Angebot beschrieben sein. Klären Sie auch, welche Räume damit tatsächlich erreicht werden.

Diese Angaben sollten Sie vor der Unterschrift prüfen

Der österreichische klimaaktiv-Leitfaden zur Installation von Wärmepumpen empfiehlt, Anforderungen und Leistungsumfang früh festzulegen und Angebote auf einer vergleichbaren Grundlage zu prüfen. Achten Sie insbesondere auf folgende Punkte:

  • Gerät: Hersteller, genaue Modellbezeichnung, Leistungsdaten und Kältemittel.
  • Auslegung: Ermittelter Wärmebedarf, Heizlast, Vorlauftemperaturen und vorgesehene Zusatzheizung.
  • Verbrauch: Nachvollziehbare JAZ-Prognose mit den zugrunde gelegten Annahmen.
  • Heizsystem: Erforderliche Änderungen an Heizkörpern, Speichern und Leitungen sowie hydraulischer Abgleich.
  • Aufstellung: Standort, Schallplanung, Platzbedarf und erforderliche Anschlüsse.
  • Leistungsumfang: Klare Aufteilung der Arbeiten sowie ausdrücklich benannte bauseitige Leistungen und Ausschlüsse.
  • Kosten: Nachvollziehbare Aufgliederung in Material, Arbeit und weitere Positionen.
  • Übergabe: Inbetriebnahme, Einstellungen, Dokumentation und Einweisung. [10]

Bitten Sie außerdem um eindeutige Angaben zu Gesamtpreis, Zahlungsplan, Ausführungstermin, zugesagten Garantien und Wartung. Wenn zwei Angebote unterschiedliche Leistungen enthalten, lässt sich ihre Wirtschaftlichkeit aus der Endsumme allein nicht beurteilen.

Vor dem Kauf das Angebot mit ECV prüfen lassen

Nutzen Sie die technischen Erläuterungen dieses Artikels als Grundlage für Ihr Gespräch mit dem Fachbetrieb. Lassen Sie offene Punkte schriftlich klären, bevor Sie sich entscheiden.

Vor dem Kauf einer Wärmepumpe und bevor Sie ein Angebot unterschreiben, eine Anzahlung leisten oder einen verbindlichen Auftrag erteilen, lassen Sie Ihr Angebot auf ecvcheck.com prüfen.

Die konkrete Heizungsplanung und die Prüfung der örtlichen Gegebenheiten sollten Sie mit dem ausführenden Fachbetrieb abstimmen.

Quellen

[1] Umweltbundesamt · Deutschland 7. Februar 2025.

[2] Umweltbundesamt · Deutschland 9. November 2022.

[3] Verbraucherzentrale · Deutschland 14. April 2026.

[4] Bundesverband Wärmepumpe · Deutschland 27. Februar 2018.

[5] klimaaktiv · Österreich 2025.

[6] STIEBEL ELTRON · Deutschland 26. Oktober 2026.

[7] Fraunhofer ISE · Deutschland 3. November 2025.

[8] Energieinstitut Vorarlberg · Österreich aktualisiert am 16. April 2026.

[9] Energie- und Umweltagentur Niederösterreich · Österreich Dezember 2025.

[10] klimaaktiv · Österreich 2026.

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